Social Media gebiert jede Sekunde neue Ideen, auch zur Hautpflege. Doch nicht alles, was viral geht, ist auch gesund oder evidenzbasiert. Viele Mythen entstehen vor dem Bildschirm – z. B. zur Häufigkeit der Hautpflege.
Mythen entstehen auch um die Häufigkeit und Komplexität von Pflegeroutinen. Auf Plattformen wie TikTok sehen viele Nutzerinnen und Nutzer überkomplizierte Abläufe und glauben, sie müssten täglich ein Dutzend Produkte auftragen. Forschende sehen darin nicht nur eine Überforderung, sondern auch ein potenzielles Risiko. „Zu viele Wirkstoffe gleichzeitig können die Hautbarriere angreifen und beispielsweise Irritationen auslösen“, warnt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Barmer. Sollten sogar Allergien entstehen, ist es schwieriger, den Auslöser zu finden.
Ein weiterer viraler Trend ist das sogenannte „Non-Bathing“ oder auch radikale Minimalismus-Pflege, bei dem auf Wasser und Reinigung verzichtet wird. Dermatologen warnen jedoch davor, da Umweltbelastungen, Schmutz und Bakterien auf der Haut verbleiben und langfristig die Hautgesundheit gefährden können. „Zwei bis dreimal pro Woche zu duschen ist sinnvoll, wobei es reicht, Haare, Achseln und Füße einzuschäumen. Es empfiehlt sich eine einfache, regelmäßige Reinigung kombiniert mit gezieltem Schutz, etwa durch Sonnencreme oder eine Feuchtigkeitscreme, je nach Hauttyp“, so Petzold. (Barmer)