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Die Antwort auf diese Frage hat Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer: „Bei vielen Menschen steigt zur Winterszeit der Appetit. Plötzlich schmecken herzhafte und deftige Mahlzeiten, die im Sommer bei Hitze undenkbar wären. Tatsächlich haben Menschen bei Kälte mehr Hunger als bei Wärme. Das liegt vor allem daran, dass der Körper mehr Energie benötigt, um seine Temperatur zu halten. Dies führt zu einem erhöhten Stoffwechsel und zu mehr Appetit.

Man spricht hier auch vom Thermoregulations-Effekt. Studien zufolge essen aber nicht alle Menschen bei Kälte mehr. Das hängt auch davon ab, wie viele Reserven der Körper hat. Letzten Endes verknüpft das menschliche Gehirn Kälte mit einem höheren Energiebedarf und sendet das Signal, mehr zu essen. Was früher überlebenswichtig war, führt heute dazu, dass Menschen im Winter schnell kleine Fettpölsterchen ansetzen. Dies liegt daran, dass man sich heute überwiegend in beheizten Räumen befindet und daher die erhöhte Kalorienzufuhr nicht vollständig benötigt wird.

Darüber hinaus gibt es einen weiteren Effekt, der zur kalten Jahreszeit eintritt und den Appetit steigert. Es handelt sich in der Winterszeit um das Fehlen von Licht. Wenn es weniger Tageslicht gibt, produziert der Körper weniger des Appetit regulierenden Hormons Serotonin. Wenn dieser Spiegel sinkt, wächst der Hunger auf Kohlenhydrate. Denn diese regen die Bildung von Serotonin an. Es gibt also verschiedene Ursachen für den verstärkten Hunger, wenn es im Winter kalt und dunkel ist.“ (Barmer)

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